Donnerstag, 22. Dezember 2011

Zurück zu OpenSuse 12.1 auf meinem Netbook

Nach nun mehreren Wochen intensiven Tests von verschiedenen Linux-Distributionen auf meinem Netbook Medion Akoya E1210 bin ich nun mit viel Überzeugung wieder bei OpenSuse 12.1 mit KDE gelandet. Ich möchte keinesfalls die Leistung der anderen getesteten Linux-Distributionen schmälern. Eigentlich hat die Arbeit mit Ubuntu, mit Linux Mint und mit OpenSuse Spass gemacht und irgendwie hatte jedes Angebot seine Vorzüge und Nachteile.

Wenn es darum geht für ein anderes Netbook das richtige Linux zu finden, so muss man vermutlich selber die solche Test durchführen. Dies ist mit diesen Distributionen auch keine grosse Hexerei, selbst wenn dabei das vielleicht vorhandene Windows erhalten möchte.

Für das Netbook Medion Akoya E1210 kann ich aber derzeit OpenSuse 12.1 mit dem KDE-Desktop wirklich empfehlen, nachdem dich die Installation mit den neuesten Updates vorgenommen habe und nun auch das WLAN so nützen kann, dass ich mit dem Netbook ein verlässliches Arbeitsgerät zur Verfügung habe. Dafür war ein bestimmtes Vorgehen nötig, das ich nach ein wenig tüfteln herausgefunden habe. Es ist gut möglich, dass dies bei einem anderen Nebook auch ohne dieses funktioniert.

Bevor ich näher darauf eingehe möchte ich aber erst die anderen getesteten Linux-Distributionen würdigen und schildern, warum ich letztlich bei OpenSuse 12.1 geblieben bin.

Ubuntu 11.10
Mit Ubuntu 11.10 hat meine Testreihe begonnen. Die Installation bot keinerlei Probleme und gelang auf Anhieb vom USB-Stick aus. Nach der Installation wurde ich gleich ein erstes Mal mit dem neuen Gnome Desktop konfrontiert und dieser ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Doch geht man die Sache mit der nötigen Offenheit und Flexibilität an, so kann man sich durchaus damit anfreunden und es gibt viele gute Anpassungen für Netbooks, die man aber erst kennen lernen muss und die nicht voll ausgereift sind.

Man kann mit der Version für Netbooks flott arbeiten und ich hatte anfangs richtig Spass daran. Als ich aber an längeren Sitzungen immer wieder mit Abstürzen kämpfen musste, die das System in den Konsolen-Modus führten und schliesslich nichts mehr ging, wurde ich es allmählich leid. Dies muss mit einem anderen Netbook nicht der Fall sein.

Toll fand ich das Angebot 'Ubuntu One', das es dem Benutzer ermöglicht, seinen Desktop und seine persönlichen Dateien im Rahmen von 5GB auf einem Server im Internet zu speichern und laufend zu synchronisieren. Ich habe es ausprobiert und es funktioniert. Zwar haben sich nach dem synchronisieren jeweils die Icons auf dem Desktop verschoben, aber das Angebot kann sehr nützlich sein.

Linux Mint 12
Schlicht, schön und schlank zeigt sich Linux Mint 12. Es enthält ebenfalls Gnome als Desktop. Erst konnte ich die Distribution nicht vom USB-Stick installieren. Mit der CD über ein externes Laufwerk klappte es dann problemlos. Auch Linux Mint muss man erst erkunden um damit zurecht zu kommen.

Danach aber läuft das schlanke Betriebssystem flott und hätte ich damit nicht dieselben Abstürze wie mit Ubuntu erlebt, dann wäre Linux Mint vielleicht auf meinem Netbook geblieben. So aber musste ich auch diese Distribution für mein Netbook aufgeben, auch wenn sie mich ansonsten beeindruckt hat.

Für beide, Ubuntu und Linux Mint gilt aber, dass diese Abstürze vielleicht mit einem der nächsten Updates ausgemerzt gewesen wäre. Ein Manko weisen alle drei getesteten Systeme auf: Bei der Rückkehr aus dem Ruhe- oder Schlafmodus können sie das WLAN nicht mehr aktivieren. Der Medion Akoya E1210 hat diesbezüglich auch unter Windows manchmal Mätzchen gemacht.

OpenSuse 12.1
OpenSuse 12.1 mit dem Desktop KDE konnte mich nach der ersten Installation nicht überzeugen, weil die WLAN-Verbindung nicht klappte. Zwar konnte ich erst lange damit zur Zufriedenheit arbeiten, aber die Verbindung wurde dann doch immer wieder unterbrochen.

Nun habe ich OpenSuse 12.1 ein weiteres Mal installiert und erst alle Updates eingespielt. Als 'root' angemeldet habe ich dann die WLAN-Verbindung hergestellt (das genaue Vorgehen werde ich später beschreiben) und festgestellt, dass man das WLAN-Modul durch Aus- und Einschalten aktivieren muss. Dann wird die einmal erstellte Verbindung hergestellt und funktioniert.

Nun arbeite ich seit Tagen intensiv mit dem Netbook. Ich habe eine weitere WLAN-Verbindung im Büro getestet und nach dem gleichen Vorgehen gespeichert. Angemeldet als 'root' musste ich mir als Benutzer die Rechte für das WLAN an dieser Stelle zuteilen (user allowed).

Was mich am meisten freut ist, dass ich seither noch keinen einzigen Absturz hinnehmen musste. Das war der wohl wichtigste Grund, das ich zu OpenSuse 12.1 zurückgewechselt bin. Ausserdem bin ich nach Jahren mit OpenSuse und KDE inzwischen gut vertraut.

Der Desktop (KDE) ist übrigens sehr gut an das Notebook (kleiner Bildschirm) angepasst und wirkt ausgereifter im Vergleich zu Ubuntu und Linux Mint. Er ist aber vermutlich nicht so ressourcenschonend und schlank wie beispielsweise bei Linux Mint. Doch kann ich damit flüssig arbeiten und die Dinge sind eher am gewohnten Ort, was die Bedienung betrifft.

Nun bin ich froh, dass mein kleiner Begleiter mich an den Sitzungen wieder stabil unterstützt und er mit dem starken Akku (siehe Bericht) auch richtig lange durchhält. Ich freue mich aber auch darüber, dass mit Linux auf dem Desktop grosse Fortschritte gemacht wurden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass auch manch anderer Computer statt auf dem Schrott zu landen damit wieder gute Dienste leisten könnte.

Für die WLAN-Konfiguration war folgendes Vorgehen zielführend: Zuerst habe ich - wie bereits weiter oben beschrieben - nach der Installation von OpenSuse 12.1 (32-Bit) alle Updates heruntergeladen und installiert. Die Erweiterungen (z. B. für Mulitmedia), die nicht zur offiziellen Distribution gehören (rechtliche Gründe) können übrigens hier in einem Rutsch geladen und installiert werden: (OpenSuse Community / Restricted Formats / Restricted Formats 12.1).

Hier sei auch noch erwähnt, dass sich OpenSuse 12.1 problemlos von einem USB-Stick installieren lässt, für alle die kein CD-Laufwerk besitzen, wie dies beim Medion Akoya E1210 der Fall ist. Wie man einen den USB-Stick als Installationsmedium verwenden kann, ist hier beschrieben (englisch) opensuse.org/Live_USB_stick.

WLAN-Konfiguration
Es kann gut sein, dass auf anderen PCs diese Schritte nicht nötig sind. Bei mir hat es jedenfalls mit dem Medion Akoya E1210 nicht auf Anhieb, aber nach diesem Vorgehen geklappt.

WLAN-Symbol
Dazu habe ich mich nach der Installation und den Updates als 'root' bei KDE angemeldet. Mit der rechten Maustaste habe ich danach das WLAN-Symbol in der Taskleiste angeklickt (siehe Bild "Symbol für WLAN) und danach die Option «Einstellungen für "Network Management"» gewählt.
 
Fenster Network Management

Im darauf folgenden Fenster habe ich auf das Register WLAN geklickt,  danach auf den Button «Add» und schliesslich die Option «WLAN» gewählt (siehe Bild "Dialog Network Management").
   
Es erscheint ein weiterer Dialog. In diesem habe ich durch Klick auf «Scan» die Suche nach dem WLAN gestartet (Bild "WLAN suchen"). Nach einigen Sekunden erscheint eine Grafik auf der man das gewünschte WLAN anklicken kann. (Die Beschriftung ist allerdings sehr klein.) Dadurch übernimmt man schon die wichtigsten Parameter in den Dialog.

WLAN suchen
Das Passwort für geschützte WLANs gibt man im Register Wireless Securty ein. Ich weiss nicht mehr ob in diesem Moment sich KDE Wallet ("digitale Brieftasche") gemeldet hat, oder später. Jedenfalls ist das der zentrale Ort von KDE, wo man seine Passwörter speichert. Wird diese ein erstes Mal verwendet, muss man das Passwort für die "digitale Brieftasche" festlegen. Danach öffnet sie sich noch einmal und verlangt das soeben gespeicherte Passwort.

Benutzer hinzufügen
Zuletzt habe ich den Knopf «Advanced Permissions» angeklickt (siehe Bild "Benutzer hinzufügen") und im nächsten Dialog mich als Benutzer in das Feld «Users allowed to activate the connection» hinzugefügt. Danach habe ich die Dialoge geschlossen.

Wie bereits erwähnt, kann es sein, dass erst bei diesem Schritt die digitale Brieftasche geöffnet wird.

WLAN nicht verbunden
Falls in der Taskleiste das WLAN-Symbol so erscheint wie im Bild "WLAN nicht verbunden", so musst du die Tastenkombination  «Fn» und  «F11» drücken (WLAN on/off) und warten bis das WLAN-Symbol reagiert (siehe Bild "WLAN off").

WLAN 'off'' (WLAN-Modul ausgeschaltet)

 
Danach drückst du die Tastenkombination ein weiteres Mal und wartest. Es kann durchaus auch einmal 10 bis 20 Sekunden dauern - meist geht es jedoch schneller - bis die WLAN-Verbindung hergestellt ist (siehe Bild: "WLAN-Verbindung wird aufgebaut".)
 
WLAN-Verbindung wird aufgebaut
 
Das Symbol zeigt den Verbindungsaufbau und stellt sich nach erfolgreicher Verbindung so dar wie im Bild: "Verbindung hergestellt".
 
WLAN-Verbindung hergestellt


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

DANKE, das mit dem Wlan als root hat mir sehr geholfen.Hatte schon 3x neu installiert und nach dem Update war das Wlan wieder weg.
Schöne Weihnachten
Hannes

Mathias hat gesagt…

Ich habe auf meinem Medion akoya E1210 jetzt openSUSE 12.2 installiert.

Leider verbindet sich KNetworkManager beim KDE4-Start nicht automatisch.
Ich muss per "Fn+F11" den WLAN-Adapter ausschalten, einschalten, dann verbindet der KNetworkManager selbsttätig mit dem Funknetzwerk.

Weiß du warum das so ist?
Mit KDE3.5 hatte ich niemals dieses Phänomen.